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Freitag, 19. April 2013

Musikexpress 0513

Ein wundervolles Foto, ein Phänomen, das an mir vorbeigeht und eine CD mit einem supergruseligen Lied. Doch seien Sie etwas geduldig bis:

demnächst.

Donnerstag, 18. April 2013

Woody Allen | Nebenwirkungen & Ohne Leit kein Freud

Nicht, dass ich diese Ansicht teilen würde, aber es erscheint nachvollziehbar, dass einige Menschen mit den Filmen von Woody Allen nichts anfangen können (es kann ja nicht jeder kultiviert, gebildet und distinguiert sein oder wie man sagt).

Alle Kritik an den Filmen greift aber nicht bei den Texten des Herrn Allen. Diese sind einfach, unglaublich, gut. Allein schon der erste in diesem Band ist eine Wucht:

Seine letzten rästselhaften Worte waren: »Nichts zu danken, ich habe schon einen Pinguin.«

Doch genug der Zwischenstandsmeldungen, weiteres gibt es:

demnächst.

Céline | Tod auf Kredit

Der Vorgänger-Nachfolger zur Reise ans Ende der Nacht haut in die selbe Kerbe. Demnächst noch mehr Details!

Mittwoch, 17. April 2013

Heinz Strunk | Junge rettet Freund aus Teich

Großartiges Cover, großartiger Titel, Heinz Strunk als Autor. Also Schamonistrunkpalmingerbraunfraktus-Kosmos. Was will man denn mehr.
Nun, vielleicht ein gutes Buch.
Heinz Strunk hat bisher fünf Romane geschrieben, aber nach Fleisch ist mein Gemüse kam eigentlich nichts Erwähnenswertes mehr. Fleisch ist mein Gemüse war übriegsn sein erster Roman. Junge rettet Freund aus Teich unterscheidet sich aber von den blassen Vorgängern.
Es ist unerträglich. Katastrophal. Einfach lieblos. Die ersten sechzig Seiten tun weh, und zwar richtig. Ein fünfjähriger Ich-Erzähler, der denkt wie ein strunzlangweiliger Beamter. natürlich stehen da Sätze wie: Im Herbst ist Mettwursternte oder Bademeister müsste man sein, aber es ist dann doch immer wieder schlimm. Der Junge sagt dann solche Dinge wie: eine eigene Stereoanlage bekomme ich erst in mehreren Jahren. In mehreren Jahren! Als ob ein Kind so reden würde. Verstehen Sie mich nicht falsch, ein Roman muss nicht Alltagssprache wiedergeben, aber ein Ich-Erzähler, der als Fünfjähriger im Präsens erzählt, wie spricht der wohl?
Nach zwei Wochen raffe ich mich auf, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Glücklicherweise ist nach reichlich siebzig Seiten das erste Drittel des Romans zuende. Es ist überhaupt nicht besser geworden, ich lege das Buch weg. Für immer.
Richtig geil abliefern war mal die Maxime der Tiffanys. Heinz Strunk hat hier einfach nur abgeliefert. Oder vielleicht auch abliefern lassen. Die Enttäuschung ist riesig. Das ich das noch erleben musste.

Dienstag, 16. April 2013

Samstag, 13. April 2013

Gretl Hoffmann | Garten- und Einfahrtstore, Gittertüren

Auch heute bestimmen die traditionellen Verfahren wie Stauchen, Strecken, Breitziehen, Einrollen und Verdrehen des Kunstschmieds.

Und das ist nur der Anfang des Klappentexts! Im Buch selbst dann 182 Schwarzweißfotos in folgenden Kapiteln:

Gartentore
Friedhofstore
Schiebetore
Zweiflügelige Einfahrtstore
Gittertüren
Rundbogentüren
Garagentore

Da ist einfach für jeden etwas dabei, der ein wenig Herz hat und sich für Tore begeistern kann.

Zur musikalischen Untermalung empfehle ich:

Die Sterne - Mach die Tür zu, es zieht

Die Türen - Die Welt wird mich von meiner spießigsten Seite kennen lernen

und alles von den Doors natürlich.

Dienstag, 2. April 2013

CONNE ISLAND 20 YRS

Muss man extra nach Berlin fahren, um dieses Buch zu kaufen. Nein, natürlich nicht. Aber man kann. Zum Inhalt wiederum kann ich noch nichts sagen. Wohl aber:
demnächst.

Mittwoch, 20. März 2013

Sven Regener @ Weltbühne

Eine anständige Lobhudelei für den Grisgram und den netten Jungen gibt es an dieser Stelle:
demnächst.

Sonntag, 17. März 2013

King Rocko Schamoni @ Conne Island

Ob der King zu recht wieder den Adelstitel trägt? Na, aber sicher! Wie ich das begründe? Na:

demnächst.

Donnerstag, 14. März 2013

Jan Wagner | Die Eulenhasser in den Hallenhäusern

Mit Die Drei und Arnold Hau kann es natürlich nicht mithalten. Aber es kann einiges. Und. Mehr. Gibt. Es.

Demnächst.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Gion Mathias Cavelty | Quifezit

Die Hausordnung besagt: „Du sollst keinen Quarkauflauf essen und keine blöden Fragen stellen“, aber nicht jeder hält sich daran. Besonders der Pudel nicht. Nun freundet sich der Ich-Erzähler aber natürlich gerade mit diesem an, war ja klar.

„Der Mann mit der beneidenswerten Frisur da vorne ist ein Professor. So eine Frisur wünsche ich mir schon lange. Morgen hält er einen Vortrag über Utopien, ich werde selbstverständlich hingehen und 90 Minuten seine famose Frisur anstarren.“

Als ob das nicht schon schön genug wäre, sagt diese Sätze natürlich der oben bereits erwähnte Pudel, der sich zu diesem Zeitpunkt mit dem Ich-Erzähler in einer Kneipe aufhält. Später wird zweiterer zum päpstlichen Korkenzieher, bevor er im Garten des Papstes ein blondes Polarschnabeltier kennenlernt, das als professioneller Zitherspieler arbeitet und das er heiraten möchte. „Es war für mich eine Zeit höchster Verzweiflung, und ich begann, Apfelsaft zu trinken.“

Es ist alles unfassbar, auch unfassbar, wie schnell man es wegliest und sich dabei wegschmeißt. „Na und?“ – „Nichts. Toll finde ich das.“

Donnerstag, 7. Februar 2013

Edgar Hilsenrath | Nacht

Niemand kennt Edgar Hilsenrath, nicht mal hier in Leipzig, wo er geboren wurde. Ich selbst kenne ihn nur durch eine Lesung im Musée d‘art et d’histoire du Judaïsme in Paris 2009. Ein alter Mann, gestützt von einem jüngeren, betritt die Bühne. Er erklärt, dass er nur schlecht Französisch spricht, in gutem Französisch erklärt er das. Fuck America erscheint gerade in Frankreich, Edgar Hilsenrath liest daraus und aus anderen Texten. Eingeprägt hat sich einer, in dem ein Mann eine Zufallsnummer wählt und nach dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika verlangt. Zufällig ist eben genau der am Apparat, ein absurder Dialog entwickelt sich, herrlich vorgelesen von Edgar Hilsenrath. Von Der Nazi und der Friseur oder vom Moskauer Orgasmus habe ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung, auch nicht von Nacht. Ich sehe nur einen grauhaarigen Mann, der verschmitzt Texte liest, wie sie in der deutschen Sprache so selten sind. Absurd, witzig, obszön auch, richtig gut. Ich habe noch nie einen alten Mann „ficken“ sagen hören, ohne dass er mit der Wimper zuckt und ohne dass es in irgendeiner Art albern wäre.

Nacht ist nicht witzig, niemals, in keinem Moment, obszön ist es hier und da, es ist ein eindimensionales Buch, es ist dunkel, ausschließlich und in jeder Pore ganzganz finster. Ein rumänisches Ghetto zu Beginn der vierziger Jahre. Überlebenskampf übelster Sorte, Leichen auf der Straße, sie werden nur wahrgenommen, wenn man ihre Schuhe noch gebrauchen kann. Um sie gegen Maisbrei oder Kartoffeln einzutauschen. Man wird das Essen nur ungern mit seinen Nächsten teilen.

„Dann trat er hinaus in die Nacht.“ Er heißt Ranek, er ist ein Schwein. Alle sind Schweine, außer Deborah, außer der kleinen Ljuba und außer den Huren: „Sie sind die gutmütigsten Menschen, die ich bisher kennengelernt habe.“ Nur Deborah wird am Ende noch leben. Ranek hat keine Schuhe, selten was zum Essen. Als er einmal etwas Glück hat (drei Goldzähne aus dem Mund eines Toten), wird er bestohlen und verprügelt. Er schlägt später selbst seinem toten Bruder den Kiefer zu Brei, mit einem Hammer, um ihm den Goldzahn zu ziehen, damit es kein anderer macht. Skrupel sind in dieser Geschichte nur hinderlich, im Sinne von: tödlich. Im Roman heißt es: „Für Mitleid war kein Raum. Nicht unter diesen Umständen. Wer krank war, sollte sterben.“ Ranek ermahnt seine Schwägerin Deborah: „Es wird höchste Zeit, daß du dich mal an deine Umgebung gewöhnst und aufhörst, über sie nachzudenken.“ Sie denkt nämlich noch an ihre Mitmenschen, hilft, teilt, was die anderen längst vergessen haben. Sie suchen nur noch nach etwas zum Essen, nach einem Stück Fußboden in einer Ruine, wo sie schlafen können, wenigstens für eine Nacht. Was morgen ist, ist heute egal.

Sehr spät im Roman sagt eine Figur: „Und ich hab‘ mich ein bißchen gewundert, wissen Sie. Aber dann hab‘ ich zu mir gesagt: Glück gibt es auch hier bei uns. Es gibt noch das Glück der Frierenden, die eine Decke finden. Und das Glück der Hungrigen, die Brot finden. Und das Glück der Einsamen, die Liebe finden.“ Daran mag in Nacht sonst niemand glauben und man steht nach 700 Seiten da und fragt sich, ob dieses Buch nicht vielleicht noch trostloser ist als Célines Reise ans Ende der Nacht. Genau, dessen Tod auf Kredit könnte man doch jetzt endlich mal angehen.

Sonntag, 6. Januar 2013

Ariel Denis | Stille in Montparnasse

Ein wundervoller kleiner Roman über einen Mann, der in Paris lebt und Popmusik hasst. Popmusik nennt er sie jedoch nicht, von dieser Diskothekenmusik ist immer die Rede. Der Herr geht gern zu Liederabenden und findet, dass man Musik eigentlich nur auf Konzerten hören dürfe. Also nix mit Kopfhörer in der Metro, nein, dieser Mann hat schon ein schlechtes Gewissen, wenn er gleichzeitig liest und Musik hört. Auf einer sündhaft teuren Anlage, die sein Freund Markus Berger aus der Schweiz gebaut hat. Mit diesem geht er zu Konzerten von Hermann Prey oder in Restaurants, wo natürlich keine Musik laufen darf. Weil die technische Reproduktion von Musik sowie die damit verbundene Verbreitung der rein kommerziell motivierten Diskothekenmusik das Ende der Musik per se ist!
Stille, nichts als Stille wünscht er sich, weil zuviel Musik hören Verrat an der Musik bedeute, wie er sich ausdrückt. "Diese wenigen Augenblicke der Stille sind die schönsten der Welt."
Interessant ist dabei, dass der Ich-Erzähler feststellt, dass seit ungefähr einhundert Jahren die Musik nicht mehr zeitgenössisch ist, in dem Sinne, dass bis dahin Musik(aufführung) die die Zeit bestimmende Kunst war, dann aber von Film und Diskothekenmusik, die ja keine eigentliche Musik ist, verdrängt wurde in ihrer Einfluss-Hoheit. Schöner Gedanke.
Der Roman ist um ein zweiseitiges Kapitelchen gestrickt, das eine Hasstirade sondersgleichen auf die Popmusik ist und das man nicht beschreiben kann:

Und jetzt Ruhe, ihr Mikrofonlutscher, Heulbojen aus den Tonstudios, ihr faden Wisperer, Playbacksänger, ihr Bercy-Großkonzertpilger, ihr Kreativ-DJs für hippe Analphabeten und abgedrehte Snobs durchgemachter Nächte, ihr abgewrackten Rocker, ihr abgerissenen Rapper, ihr geblufften Bluffer, Kuschelmusiksänger ohne jeden Charme und ihr vollgedröhnten stimmlosen Woodstockschreihälse, ihr Hitparadensieger von Radio-Kakerlake, Improvisatoren billiger Lieder, ihr hohlen Rapper der multikulturellen mediatisierten Vorstadtpseudorevolution, ihr elektrifizierten Klampfen Klimpferer, Ruhe, seid endlich ruhig, und ihr auch, stocktaube Hörer des dauernden Geplätschers, kreischende Fans unanhörbarer Konzerte, ihr jungen Diskodeppen, ihr alten Neoklassiker aus den Vorstandsetagen, ihr debilen Ideologen der Jugendmusik und der rappenden Postmoderne, ministeriellen Musik-ist-gleich-Musik-Demagogen, ihr Sturköpfe der niederbretonischen Folklore und des Bantu-Singsangs, ihr widerlichen Einheitssoßenmoderatoren, Ruhe, seid endlich ruhig,, wer nicht ohne Mikro singen kann, soll gehen, wer auf Englisch plärrt, soll den Mund halten, wer behauptet, er würde in Diskotheken und auf Rave-Partys Musik hören, soll bei Tagesanbruch für immer verschwinden, wer Schlagzeug spielt, soll abhauen, Ruhe, seid endlich alle ruhig, Rockerinnen und Rocker, Rapperinnen und Rapper, Fummler und Zapper, ihre Wanderer ohne Wanderung und Spaziergänger auf Rollen, ihr Musikjogger und Läufer im Lärm, Träger von Handys mit der Kleinen Nachtmusik oder den ersten Takten der Fünften Symphonie, taube Ohren, schreiende Münder, Radio-Fernsehen, Musik für Moneten, Kaufhaushintergrundmusik und die von Flughäfen und von überall, es reicht, zu viele Töne, zu viele Trommeln, zu viel Zeugs aller Art, es reicht, seid endlich ruhig, basta la musica, Stille, nichts als Stille und nur Stille - der Vorhang öffne sich, das Klavier präludiere, und Hermann Prey beginne zu singen.

Wenn man das so liest und wenn man schon mal länger in Paris war, dann weiß man, dass es sie noch gibt, sehr selten nur, aber es gibt sie noch, die Marcel Prousts und Thomas Manns, es gibt sie in Paris, es gibt sie in Woody Allens Filmen und es gibt sie in diesem herrlichen Text von Ariel Denis.

(Es stehen da noch einige andere schöne Dinge drin, wie bspw.: "wie sagt Deleuze, Alkoholiker trinken, weil sie etwas gesehen haben, was zu groß für sie war." Oder auch: "sommers wie winters trug er oft einen Hut". Über den Musikanlagen entwickelnden Freund Markus Berger gibt es den schönen Satz: "Wie schade, dachte ich, dass er völlig auf jegliche künstlerische Laufbahn verzichtet hat, um sich ganz seinem internationalen Unternehmen für Elektrodrähte zu verschreiben.)

Donnerstag, 3. Januar 2013

The Rise and Fall of Maximilian Hecker

Nicht, dass ich mich allzu oft mit Autobiographien beschäftigen würde, aber ein besserer Titel als The Rise and Fall of Maximilian Hecker ist mir bisher noch nicht begegnet. Das ist schon mal erstens. Weiterhin hat das Buch eine sehr spezielle matte Oberfläche, bei der noch nicht ganz sicher ist, was davon zu halten ist. Seite 1 verrät: die handsignierte und nummerierte Sonderausgabe 299 von 3000 ist am Start.
Dem Text ist ein Zitat aus dem großen Gatsby von F. Scott Fitzgerald vorangestellt, den viele kennen, weil er in Woody Allens Paris-Film mitgespielt hat. In eben jener Stadt wird der Held Geschichte, der kleine Maxi aus Bünde, auch gelegentlich aufschlagen, außerdem in Berlin, wo er wohnt und im Rest der Welt, wo er Konzerte und Interviews gibt und keinen Erfolg bei Frauen hat. Das ist ein zentrales Motiv des Textes, quasi omnipräsent für den kleinen Maxi aus Bünde. Weiterhin Konzerte, Parties danach, Alkohol und so Tourquatsch halt, jedoch zu keiner Zeit irgendwie glamourös, sondern stets eher als Last wahrgenommen, die mit dem Plattenaufnahmen leider verbunden ist. Gutes Weihnachtsgeschenk!

Dienstag, 1. Januar 2013