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Freitag, 7. Juni 2013
Donnerstag, 6. Juni 2013
Dienstag, 28. Mai 2013
Freitag, 17. Mai 2013
Zärtlichkeiten mit Freunden @ Academixer Leipzig
Samstag, 27. April 2013
Eric Schaefer + The Shredsz @ Jazzahead Bremen
Mittwoch, 3. April 2013
Mumford and Sons @ Velodrom Berlin
Angeblich sind ja Konzerte von Mumford and Sons total nett und intim. Auch wenn zehntausend Leute da sind. Stimmt nicht. War aber trotzdem gut. Warum?
Demnächst mehr.
Donnerstag, 21. März 2013
Textor @ Conne Island
Es riecht nach Gras im Conne Island, Textor steht auf der Bühne, Hiphop halt. Aber warum hat der MC einen Kontrabass in der Hand? Und warum steht ein Gitarrist auf der Bühne? Und ein Rhodes samt Spieler? Wo ist Quasimodo? Und warum zur Hölle rappt Textor nicht?
Die drei Männer beginnen mit einem Instrumentalstück, es folgen erstmal Chansons aus den Zwanzigern oder Lieder, die so klingen als ob. Man weiß nicht so recht, was man davon halten soll. Auch Textor scheint nicht ganz sicher. Kinderzimmer Productions war Hiphop, hochklassigster nebenbei gesagt, jetzt soll es einfach um gute Songs gehen, ganz zeit- und genreunabhängig (komisches Wort). Von 20er-Jahre-Chansons über 50er-Jahre-Schlager über ein Kraftwerk-Cover und Kinderzimmer-Tracks zu Textor-Songs 2013. Der Großteil der Lieder glänzt dann auch damit, was Henrik von Holtum zu seinem Pseudonym verhalf. Wenn der Erzähler in einem Stück an einer A7-Raststätte auf der Suche ist nach "der ganzen Wahrheit und einem halbem Hähnchen", dann ist der großartige Textor da, ganz unabhängig von Zeit und Genre. Einige Songs zeigen dann aber auch, warum er eben nicht Sängor ist, erstaunlich, dass dieser Part an Einfluss gewinnt.
Überhaupt geht ein Bruch durch das Konzert. Da sind einerseits Stücke, die grooven, die den Hiphop erkennen lassen und sei es nur als Zitat. Und da sind andererseit ruhige Chansons, gesungen wie vor fünfzig Jahren. Diese zweite Gruppe ist das Neue am Schaffen Textors, aber es klingt nicht neu, im Gegenteil, es wirkt nach hinten gewandt. Es fehlt an Drive und Dringlichkeit. Vorm Schleckermarkt oder Truckstop Bockenem sind eigentlich Hits, werden so aber wohl nur von Prag-Fans erkannt. Es ist durchaus amüsant zu hören, wie ein Kraftwerk-Stück wohl in den 20er Jahren geklungen hätte, aber irgendwie wünscht man sich dann doch mehr Aktualität. Wie in Neu-Ulm und Louis-Vuittons-Tattoo, die auch im 21. Jahrhundert wunderbar funktionieren. Das Publikum, leider wieder so wenig Leute wie schon auf der Kinderzimmer-Anschiedstour vor ein paar Jahren hier im Conne Island, weiß auch nicht so recht, ungläubige Gesichter. Die Frage taucht auf, wie viele im Publikum bei Fahr mich nach Hause ("Erst die Party, dann das Vergnügen") und dem anschließenden Kinderzimmer-Klassiker Es wird nie wieder gut innerlich nicken, wehmütig nicken.
Darf man etwas Schlechtes über Textor sagen? Kann man etwas Gutes sagen über diesen Abend? Ja und Ja. Am Ende bleibt man selbst mit dem Eindruck zurück, der auch die Konzeption des Programms beschreibt: unentschieden.
Sonntag, 17. März 2013
King Rocko Schamoni @ Conne Island
demnächst.
Sonntag, 27. Januar 2013
Raphael Sas, Das trojanische Pferd & Der Elegante Rest @ Skala Leipzig
Draußen schneit's und drinnen ist niemand. Andersrum wäre es verwunderlicher, aber auch so ist das natürlich schoad, wenn man extra aus Wien anreist und dann vor vielleicht zehn Leuten sein Konzert anfängt. So geschehen am 25. Jänner in der Skala zu Leipzig. Raphael Sas beginnt den Abend, allein mit seiner Gitarre. Komisch, dass Wiener Dialekt und Gitarre zusammen immer so nach 70er Jahren klingen, da kann der Typ noch so jung und noch so wuschelkopfhipstermäßig aussehen. Aber ein Mädchen tanzt vorn enthusiastisch und applaudiert und yeaht und alles. Später wird sich bestätigen, was man hier erahnt: sie ist seine Freundin.
Als zweiter Akt des Abends hier im kleinen Theater-Saal fungiert der Auftritt des Sängers vom Trojanischen Wien, auch aus Wien. Die Kapelle hat wohl nicht mit ins Auto gepasst, auch er spielt solo, mit der E-Gitarre vom Eleganten Rest. Die E-Gitarre feadbackt schön laut, der Tonmann sieht sich aber nicht in der Lage, das zu ändern. Er geht auch nicht nach dem ersten Lied auf die Bühne, um das Problem zu beheben. Auch nicht nach dem zweiten. Gar nicht. Er sitzt das Brummen einfach aus. Das Trojanische Pferd zieht trotzdem durch, beachtlich. Schöne Lieder sind da dabei, ein echter Popsong sogar. Und Gitarren-Soli, die man so auch noch nicht gehört hat. Gut! Und dann sogar ein gemeinsames Stück mit den Herren vom Eleganten Rest. Richtig so.
Nach sehr kurzer Pause, so kurz, dass die Raucher, Trinker und Pinkler noch gar nicht wieder drin sein können, kommen wir zum eleganten Rest des Abends. Mit ganzer Band sogar. Der Elegante Rest klingt live dann doch viel härter als gedacht, Element of Crime scheint viel weniger durch als erhofft, trotzdem ist das schon ganz schön schön. Besonders gefällt dann aber doch Frösche im Regen (allein der Titel schon), Nächte in Weiß werden vermisst. Warum diese in Leipzig gegründete famose Band nicht mehr Publikum als die vielleicht siebzig Leute anlockt, ist ein Rätsel.
Donnerstag, 24. Januar 2013
Hans Unstern, Die Heiterkeit & Ja, Panik @ Centraltheater Leipzig
In dieser einen Simpsons-Folge, in der Tingel-tangel-Bob vor Gericht steht, weil er angeklagt wird, Bart töten zu wollen, wird eine Tätowierung Tingeltangel-Bobs gezeigt, um ihn zu überführen. "DIE BART DIE" steht auf seinem Körper und das kann nur als "STIRB BART STIRB" interpretiert werden in einem amerikanischen Gericht. Doch dann schwört Tingeltangel-Bob, dass das ein Missverständnis sei, weil es sich um eine deutsche Botschaft halte: "DIE BART DIE". Die Geschworenen sind sich sofort einig: jemand, der Deutsch spricht, kann kein schlechter Mensch sein.
Bei der Hamburger Band DIE HEITERKEIT verhält es sich übrigens genau umgekehrt: Stirb Heiterkeit, stirb!, scheinen die drei jungen Frauen sagen zu wollen. Oder was anderes, das weiß man nicht so genau. Jedenfalls singt die Sängerin zu tief, nicht für mich, sondern für sich. Man kann sich das mit tocotronischen Durchhalteparolen schön reden, aber man kann auch einfach sagen: das könnte besser sein. Was sagt das über eine Band, wenn man beim ersten Reinhören in einzelne Lieder denkt: och nö, dann beim Konzert denkt: könnte auf Platte ganz gut klingen und dann beim erneuten Hören der aufgenommenen Stücke denkt: naja, eigentlich ist das schon okay? Ist das wirklich okay, wenn man nur denkt, das es okay ist, es sich aber nicht danach anfühlt? Keine Ahnung. Wahrscheinlich würde man die Heiterkeit dann doch für den nächstbesten Dandy verlassen (guter Song!), auch wenn sie so schöne Dinge sagen wie: "Es liegt an der Luft, aber es liegt auch an mir."
Bevor die Sängerin der Heiterkeit an diesem Abend aber "Alle Menschen mögen mich" brummen darf, piepst ein bärtiger Zausel in Strumpfhosen erstmal "Ich schäme mich". "Wie heißt er doch gleich? Bernd Unstern?", fragt jemand jemanden. Ach, was Bernd doch für ein glamouröser Name ist, vergisst man ja manchmal. Der Fraktus-Soundchef Bernd Wand hat nicht umsonst darauf hingewiesen, dass es bezauBERND heißt. Nun, heute aber Hans Unstern als Dosenöffner zu diesem verschrobenen Abend. Er hat schon angefangen als wir den Saal betreten und er hat Luftballons dabei. Als Auftakt Unbenannte Datei, das einzige Lied des zweiten Albums, dass nun wirklich nicht so gut ist. Statt der Kinderstimmen heute eine andere, auch nicht besser. Dann gleich der Stampfer Bea Criminal, der Favorit, die Krönung des Hans Unstern Swindles. Es stehen überall komische Instrumente rum, die seltsame Geräusche machen, eigentlich eher nur Lärm. Es fühlt sich so an, wie Hartmann'sches Theater angeblich ist, wenn man dessen Kritikern Gehör schenken würde. Man muss es so deutlich sagen: es klingt zum Kotzen, fünf Leute, die nicht singen können, kummulieren ihre Kopfstimmen, dass es einem die Schuhe nicht nur auszieht. Man sieht sie schnurstracks zur Türe rausgehen. Dieses wunderbare Stück nun ja "Musik" verliert hier 0:5 gegen den Diletantismus. Auch Entweder & Oder tut einfach nur weh. Doch dann: Ergiebig und Erschwinglich. Die Erlösung. Hans Unstern ist zurück, er wird zu dem, was nachher ein Bekannter über ihn sagt, er wird zum Zauberer. Yeah! Von nun an hat er einen. Ich schreib natürlich nur einen, weil ich ich vermeiden will. Selten gab es einen so schönen Melodieverlauf mit großartigerem Text als "Ich seh dich in die See pissen / Mein Horizont im Hochwasser / Beim Nachtreten, beim Hinterherkotzen / Fische prügeln sich um dein Erbrochenes". Nochmal: yeah! Es klingt auf einmal irgendwie alles irgendwie gut, warum auch immer. Singen kann immer noch niemand, aber das ist sowas von egal. Zur Zugabe dann auch noch Endlos endlos vom ersten Album. Es ist egal, was jetzt noch kommt, der Abend ist jetzt schon so dunkel wie der Tag es war.
Das haben sich wahrscheinlich auch die oben bereits abgefrühstückten Heiterkeiten sowie die Herren von Ja, Panik gedacht. So richtig Lust aufs Konzert scheint keineR von ihnen zu haben. Liegt aber vielleicht auch am sitzenden reservierten Publikum. Wobei man natürlich fragen darf, wer fürs Funkenüberspringenlassen verantwortlich ist: zahlende oder bezahlte Menschen? Nun, sei's drum. Ja, Panik spielt ein schönes Konzert, mal wieder ohne meine Favoriten und deshalb ein bisschen eintönig. Was hätten Zwischen 2 & 4 oder die Transatlantic Love Affair nicht alles anrichten können. Oder wenigstens die Mördergrube.. Immerhin kommt ja noch Alles hin, hin, hin und in der Zugabe sogar noch Nevermind.
Wenn man bedenkt, dass es Splitsingles Die Heiterkeit & Ja, Panik sowie Ja, Panik & Hans Unstern mit jeweils Überkreuz-Coverversionen gibt, fragt man sich schon, warum an so einem Abend nicht mal was Besonderes gemacht wird. Naja, hättstewennstewärste oder wie man sagt. Dann halt doch wieder zu den Platten greifen.
Wenn man bedenkt, dass es Splitsingles Die Heiterkeit & Ja, Panik sowie Ja, Panik & Hans Unstern mit jeweils Überkreuz-Coverversionen gibt, fragt man sich schon, warum an so einem Abend nicht mal was Besonderes gemacht wird. Naja, hättstewennstewärste oder wie man sagt. Dann halt doch wieder zu den Platten greifen.
Sonntag, 20. Januar 2013
Schwarzkaffee @ Werk 2 Leipzig
Vor lauter Fußgewippe verrutscht mir doch glatt die Lammfelleinlegesohle, sodass ich in der Folge sogar den Schuh ausziehen muss, um sie wieder richten zu können. Na hier ist was los!
Genauere Genauigkeiten können Sie erfahren, wenn Sie hier draufdrücken. Sie müssen das aber natürlich nicht tun, seien Sie da ganz funk und frei.
Genauere Genauigkeiten können Sie erfahren, wenn Sie hier draufdrücken. Sie müssen das aber natürlich nicht tun, seien Sie da ganz funk und frei.
Donnerstag, 17. Januar 2013
Maximilian Hecker @ Werk 2 Leipzig
Die Show beginnt mit einer Performance. Im Dunkel der Bühne erscheint ein Mensch mit so einem langen Feuerzeugdingweißtschon und macht sich daran, die vom Publikum erahnte erste Tagesaufgabe zu erledigen. Er zündet nach und nach in aller Seelenruhe die schätzungsweise 93 Kerzen auf der Bühne an. Man könnte sagen: für jede/n BesucherIn steht eine Kerze, während die/der BesucherIn sitzt, obwohl Stehplatz auf der Karte steht. Es sind also mehr Leute da als erwartet, aber natürlich trotzdem sehr wenige. Noch weniger sind auf der Bühne, nämlich erstmal nur einer, der Kerzenanzünder, allein allein. Ja, genau, der Typ ist nicht Maxi Hecker himself, sondern Felix Räuber, der Sänger von Polarkreis 18.
Als alle Kerzen romantisch vor sich hin leuchten, betritt Herr Hecker gemeinsam mit Herrn Räuber die Bühne. Keine Ansage oder irgendwas bis zum dritten Lied, so war das dem Buch zufolge zu erwarten. Das erste Stück beginnt, das E-Piano klingt wirklich sehr gut und als Maximilian Hecker beginnt zu singen, gleitet einem fast der Colabecher aus der Hand. Er singt genau so wie auf Platte. Also wirklich genau so. Wahnsinn. Genau so weich, so intim, hier auf der Bühne vor den fremden Leuten.
Das sich vorwiegend aus Pärchen zusammensetzende Publikum klatscht sehr unsicher, es fühlt sich ungefähr so an, als ob ein mieses Off-Theater-Stück endlich zuende gegangen ist, das keiner verstanden hat und nicht, als ob da grad jemand ein wundervolles Lied wunderschön gesungen hat und das Klavier gestreichelt hat. Man kann es dem Publikum nicht so recht verdenken, denn das ist hier zweifelsohne kein Popkonzert.
Zwischen den intimen in Bann schlagenden kleinen großen Liedern Heckers blitzt das auf, was man über diesen komischen Typen mal irgendwo gelesen hat. Maximilian Hecker spielt seit zwölf Jahren Konzerte, in Asien vor hunderten und tausenden Menschen, in Deutschland vor 50 bis 100, aber man hat selten jemanden gesehen, der sich so unwohl auf der Bühne fühlte. Er singt und spielt wundervoll, aber wenn er etwas sagen soll, weiß er nicht so recht, was oder wenigstens wie. Sein Sidekick Felix Räuber ist Frontmann in einer recht erfolgreichen Band und springt ein. Er ist ein Showman und man fragt sich irgendwann, wessen Konzert das ist. Er singt technisch unglaublich gut, besser als jemals auf einem Popkonzert (das hier ist, wie gesagt, eher keins) gehört, hat aber kein Stück Gefühl in seiner Stimme. Er klingt so klinisch wie dieses Superalbum seiner Band aussah.
Wenn Maximilian Hecker allein auf der Bühne ist, insgesamt bei drei Stücken und einem Kapitel seines Buches, hat man das Gefühl, es wäre intensiver, inniger, besser ohne den Kompagnon neben ihm. Verrückt genug wäre es trotzdem.
Mittwoch, 16. Januar 2013
Prag @ detektor.fm
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| Foto: Susann Jehnichen |
Das Studio ist voller Menschen, voller zu großen Teilen hier unbekannter Menschen, denn heute spielt nicht wie sonst eine sehr gute und zu unrecht mäßig bekannte Band ein Studiokonzert bei detektor.fm, sondern die Band Prag oder vielmehr: Nora Tschirners Band. Viele aus dem Publikum werden sich nach dem Konzert Autogramme holen und natürlich ein Photo mit Nora. Die beiden Herren der Band dürfen zunächst noch mit auf die Bilder, stehen aber irgendwann einfach daneben, scheint sie aber nicht zu stören, es gibt schlimmere Wege, seiner Band Publicity zu verschaffen.
Meine Peergroup sitzt im Gang und sieht von der Band während des Konzerts gar nix. Nur beim Einmarsch der Band in den Aufnahmeraum müssen wir das "Outfit" von Frau Tschirner sehen. Beschallt wird aber der ganze Raum und so lässt sich der Eindruck von den beiden Videos der Band mit der Live-Hörprobe weiterer Lieder abgleichen. Es ist nicht so dolle. Zweidrei Lieder gehen richtig ins Ohr (und nicht wieder weg), aber der Gesang, naja. Highlight ist bezeichnenderweise ein Coversong von Supertramp, der allerdings wirklich sehr gelungen daherkommt.
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