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Dienstag, 23. April 2013

Take this Waltz

Komischer Titel, aber sehr schöner Film. Wer hätte das gedacht? Weitere Worte verliere ich darüber aber erst:

demnächst.

Dienstag, 16. April 2013

Mittwoch, 20. März 2013

Sven Regener @ Weltbühne

Eine anständige Lobhudelei für den Grisgram und den netten Jungen gibt es an dieser Stelle:
demnächst.

Montag, 11. März 2013

Tatort | Willkommen in Hamburg

Der Schweiger und der andere. Eine durch und durch ausdifferentierte Einschätzung des Krawall-Tatort gibt es nur hier und zwar:

demnächst.

Donnerstag, 21. Februar 2013

leib.signale 2013

Roter Teppich, Rolltreppen, Begrüßung im verglasten Lofft mit exzellentem Blick auf die ehrwürdige Thomaskirche – der Glam hält Einzug in die leib.signale! Bereits zum vierten Mal wird der Wanderpokal unter den Filmfestivals 2013 veranstaltet und so heißt es dieses Jahr: Vier gewinnt! Und Will Future ist dabei, Live-Vorort.

Trotz des glamourösen Einstiegs wird schnell klar: die leib.signale bleibt das sympathisches Festival, das die Fans des Mainstreamkinos so lieben. Beispiel: Will Future hatte es verpasst, seinem Akkreditierungsantrag ein Foto beizulegen, die MacherInnen der vierten leib.signale haben einfach selbst eins besorgt. Erster Bonuspunkt. Der Empfangsort der leib.signale könnte symbolträchtiger kaum sein, zwischen zahlreichen Büchern und dem Gotteshaus auf der anderen Straßenseite denkt so manche/r Festivalbesucher/in: das ist alles Vergangenheit, die Zukunft ist der Film. Der Kaffee ist vorzüglich, der Pfefferminztee am Nebentisch erinnert unfreiwillig an den anstehenden ersten Film: frische Minzblätter in einem Glas sehen einfach immer nach Aquarium aus und damit könnte wir direkt zu Findet Silvio, nein Findet Nemo 3D überleiten. Aber lassen Sie uns noch ein wenig hier verweilen und einige Gedanken zur sagenumwobenen Festivaltasche der leib.signale anstellen.

Diese erscheint mit Festivalmacher Nummer 2 etwas später, weiß jedoch sofort durch mehrfarbigen Rundum-Druck zu überzeugen sowie mit: leichtem Inhalt – und entspricht dabei vortrefflichst dem Charakter des Mainstreamfilmprogramms. Neben Klassikern wie einer Saftpappe und einem Apfel trumpft der 2013er Jahrgang mit einem echten ProgrammHEFT auf, das mit edlem Tropenholz und ultraleichten Weltraum-Titanschrauben gebunden wurde – auch hier: ganz großes Kino.

Wie es sich für die vierte leib.signale gehört, geht es für Publikum und FestivalmacherInnen per Shuttle Linie 4 zum Kino des diesjährigen Filmfestes. Hier unterscheidet sich die leib.signale 2013 von den Festivals der letzten Jahren. Statt Kino-Hopping heißt es diesmal Kino-Sit-in, drei der vier Filme laufen im Regina Filmpalast im Leipziger SzeneVIERtel Reudnitz. Eine kleine Gruppe von FilmenthusiastInnen verzichtet auf den Shuttle-Transfer und reist mit dem Rad zum Kino. Doch auf halber Strecke dann das Unfassbare! An Will Futures Fahrrad (ja, zu seinen Superkräften gehört auch, dass er Radfahren kann) bricht der Frontscheinwerfer ab! Die aus klassischem weißen Plastik bestehende Lampe knickt nach links weg und – nur noch gehalten vom feinen Draht, der sie mit dem Dynamo verbindet – springt auf dem Vorderreifen auf und ab, mal links, mal rechts in die Speichen. Plastik- und Glassplitter spritzen durch die Luft, doch Will Future schafft es geistesgegenwärtig die Geschwindigkeit zu verringern und ohne Sturz das rad rechts ranzufahren. Glück gehabt!

In so einer Situation an einen Film wie Findet Nemo 3D zu denken, ist freilich unmöglich, ja: unmenschlich, und somit muss der erste Film der leib.signale ohne den Reporter Future stattfinden. Zu tief sitzt noch der Schock. Auch das direkt eingeholte Reparatur-Angebot sorgt für getrübte Stimmung. Erstmal zu Penny! Nachdem dort lebenswichtige Festival-Verpflegung besorgt wurde (Toffifee, Mini-Salamis, Cola), kann es mit dem zweiten Film der leib.signale 2013 losgehen.

Kaum am Kino eingetroffen, schon der nächste Nackenschlag für unseren Reporter. Kokowääh 2 ist ausverkauft. In der 14-Uhr-Schiene ist dieser „Film“ ausverkauft! „Denk ich an Deutschland in der Nacht…“ Statt diese glücliche Fügung zum eiligen Verschwinden zu nutzen, macht Will Future einen schweren Fehler: er druckst im Eingangsbereich rum, überlegt, was er nun tun soll und – zack! – da erscheint die leig.signale-Gruppe und spricht von Reservierung und solchen Dingen und Will Future sieht sich tatsächlich einen Fünfeuroschein gegen eine Karte für Kokowääh 2 eintauschen.

Das beste an dem Film sind die wunderbar abgerundeten Ecken der Leinwand. Das vergisst man manchmal, das Saal 2 im Regina Palast eine Leinwand mit abgerundeten Ecken hat. Da sieht jede noch so mittelprächtige Einstellung im Film gleich doppelt bis zweieinhalbmal so gut aus, wirklich wahr. Ansonsten macht Kokowääh 2 das Publikum der leib.signale fassungslos. Moralpredigten am laufenden Band, Fäkalhumor mit dem Schwerpunkt auf Fäkal und nicht auf Humor, grässliche Musik über jedem Dialog. Nachdem der Abspann endet und das Licht gerade begonnen hat, sich zu erheben, schallt es „Julius Hääke, ich hasse dich!“ durch den Raum. Freilich sei an dieser Stelle auch Tobias Schlobääch für die Ausrichtung der leib.signale 2013 gedankt. Da es bis zum nächsten Film Stürb langsam Fümpf eine gute Stunde Pause zu überbrücken gilt, bewegt sich der leib.signale-Tross im SzeneVIERtel Reudnitz in Richtung Kaufland. In der kulinarischen Passage eben dieses Einkaufstempels kommt es dann zu einem symbolträchtigen Anblick: die Gruppe größtenteils junger Menschen, manche essen Pizza, manche asiatische Nudeln, wird getrennt durch einen unüberwindbaren Zaun mit Plastikblumen drauf. Die einen diesseits, die anderen jenseits dieser, nun ja, Mauer. Die gesamtdeutsche Vergangenheit der leib.signale wird deutlichst spürbar. Doch die Mauer ist nicht in den Köpfen der Menschen, über die Plastikblumen hinweg wird miteinander gesprochen, zuweilen gar gescherzt. Größtenteils jedoch wird über Kokowääh 2 gelästert.

Zurück im Regina Palast gilt es nun, Bruce „Die Handtasche muss lebendig explodieren“ Willis nach Moskau zu folgen, wo er Urlaub machen und seinen Sohn besuchen will, was im Wesentlichen auch klappt. Gut, er trifft den Sohn erstmal an, als eine Gerichtsverhandlung durch eine prächtige Explosion gestört wird und dieser mit einem Mann vor den Polzisten flieht, aber gut. In einer besinnlichen Verfolgungsjagd, zunächst in einem Unimog, später in einem Mercedes-Jeep (guter Satz von Bruce, nachdem er einem schimpfenden Russen die Karre abgenommen hat: „Meinst du vielleicht, ich versteh dein Gequatsche?“) finden Vater und Sohn schließlich zusammen. Nette Szenen mit freundlichen Menschen hier und da, gelegentlich, also eigentlich ganz selten wird mal geschossen, höchstens mitten in Moskau tagsüber mit einem Hubschrauber minutenlang in eine Hausfassade. Wie es der Zufall nun will, müssen Vati und Sohnemann schließlich nach Chernobyl. Bruce Willis hat Angst (wollte ich schon immer mal schreiben, diesen Satz) und fragt seinen Sohn, ob das unbedingt sein müsse und ob es nicht vielleicht doch in das Chernobyl in der Schweiz gehen könnte, wo man Skifahren kann. „Du meinst Grenoble. Oder?“ In Chernobyl selbst tragen dann alle, bis auf die beiden Helden, Strahlenschutzanzüge bis jemand mit Anti-Strahlenspray kommt und das IPad anzeigt, dass die Strahlen weg sind. Schüsse, Explosionen, ein Hubschrauber, der auf die beiden Helden zielt, die in einem Haus sind, noch mehr Explosionen, ein beschauliches Ende. Letztendlich landen Vater und Sohn wieder in den Staaten und die Tochter/Schwester feut sich so sehr, dass sie nur den Bruder umarmt.

Die leib.signale verlässt im Anschluss den Regina Palast und marschiert in die Kulturlounge im SzeneVIERtel Reudnitz. Dort kommt erst Inseln von den Sternen, dann Trrrrmer, jedenfalls glaube ich, dass die Lieder so heißen. Es wird gespielt, im Programmheft heißt es „Vier gewinnt“ und ich gewinne. „Wir fanden uns ganz schön bedeutend.“ Dann auch noch: „Es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird“, das passt ja ganz vorzüglich zu diesem Tag Filmgeschichte. A propos Filmgeschichte, die leib.signale 2013 hebt die Kategorie „leib.signale classic“ aus der Taufe. Und zwar mit „Animal House“, dem angeblich ersten Highschool-Blödelfilm aus den USA. Läuft sogar auf Englisch und hat einiges Schöne zu bieten. „Ich studiere Jura!“ – „Du studierst doch Medizin!“ – „Das ist doch dasselbe!“ und so weiter, sehr schön.

Nachdem zwei wunderschöne Einspieler aus dem Empire (London, Mumbay) eingespielt werden (was soll man mit Einspielern auch anderes machen?), die ehemalige verdiente KuratorInnen des Festivals in ihrem heutigen sozialen Lebensraum zeigen, kommt es schließlich zur Preisvergabe, zum Überhelfen des goldenen Leibes und damit zum Auftrag, die nächste leib.signale zu veranstalten. Ein hochkomplexes Prozedere bestimmt zunächst den Film mit den meisten Punkten: Findet Nemo 3D. Da es allerdings „Vier gewinnt!“ heißt, gewinnt der Film mit den wenigsten Punkten auf Platz vier: Kokowääh 2! Ein noch komplexeres Prozedere bestimmt nun den Besucher des Festivals, der diesem oder irgendeinem Film irgendwelche Punkte gegeben hat: Tschens SchubART räumt das goldgebackene Brot ab, stemmt es in die Luft und wir sind gespannt auf die leib.signale 2014: fümpf ist trümpf!

Freitag, 15. Februar 2013

Valentinstag

Ashton Kutcher spielt einen Floristen, wirklich wahr. Und Eric von den wilden Siebzigern ist auch dabei. Und McDreamy und McSexy von Grey's Anatomy. Und Julia Roberts und was weiß ich, wer noch. In Valentinstag geht es um den sogenannten Valentinstag, eine Art Feiertag, der in den USA wohl begangen wird. Es handelt sich dabei aber nicht um diesen Feiertag, wo alle Kostüme anziehen und die Nachbarn erschrecken. Das ist Thanksgiving. Aber zurück zum Film.
Ashton Kutcher spielt einen Floristen, das ist wirkluch wahr. Seine Kollegin und beste Freundin liebt einen verheirateten Mann, ein kleiner Junge bestellt im Blumenladen was für seine kleine Freundin, alles geht schief und wird dann wieder geflickt. Was zu erwarten war. Es ist aber gar nicht so schlimm, sondern wie dieser andere episodenhafte Film, der so ähnlich ist. Könnte mit Hugh Grant gewesen sein, sowas meine ich jedenfalls. Und wie die von Julia Roberts verkörperte Figur und ihr Flirt aus dem Flugzeug schließlich in die Handlung eingebunden werden, das ist richtig gut, weil ziemlich unerwartet und das ist in so einem Film ja nicht das Schlechteste.

Montag, 11. Februar 2013

Harold und Maude

Eine Frau legt den Bademantel ab, rückt die Badekappe zurecht und steigt in den Pool. Sie schwimmt auf die Kamera zu, die ein wenig zurückzoomt. Links im Bild sieht man eine Leiche im Pool treiben, die Frau schwimmt seelenruhig weiter. Es ist ihr Sohn, der sich umgebracht hat. Wie immer. Harold hat das schon fünfzehn Mal gemacht, hat sich mal erhangen, mal erschossen, was man halt so macht.

Wenn er sich nicht umbringt, geht er gern auf Beerdigungen. Dort lernt er die 79jährige Maude kennen, die auch nur zum Spaß dort ist und danach einen Wagen stiehlt, um nachhause zu kommen. Beim zweiten Treffen der beiden, stiehlt sie Harolds (Leichen-) Wagen und beide fahren gemeinsam heim, der junge Mann, der am liebsten stirbt und die alte Frau, die das Leben ohne Rücksicht auf Verluste liebt. Beide treffen sich, singen, laufen über grüne Wiesen und verlieben sich. Ihre Beziehung scheint nicht in konkreten, sondern in symbolischen Bildern und so hat man den Eindruck, der Film zeige einen gemeinsamen Sommer zweier Verliebter, aber es geht dann doch nur um eine Woche, die Woche vor Maudes 80. Geburtstag, an dem sie Selbstmord begeht, weil 80 ein gutes Alter zum Sterben ist, wie sie schon ganz zu Beginn des Films gesagt hat.

Das ist schon eine coole Geschichte, aber weder Harold noch Maude schaffen es, Sympathien zu erwecken, er sieht viel zu jung aus für seine Rolle, sie ergießt sich aus heutiger Sicht in Hippieplatitüden. Ein kleiner Moment im Film könnte so groß sein – wird aber klein gehalten, obwohl er die (Symbol-) Figur Maude erklärt: Maude erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in Wien, vom Kaiser, von „danach war alles anders“. Harold hält dabei ihre Hand und die Kamera zeigt kurz eine KZ-Tätowierung an Maudes Handgelenk.

Mittwoch, 6. Februar 2013

SOKO Wismar | Hinter verschlossenen Türen

Ein Mann wird ermordet und niemand ist traurig. Er hat Zinnsoldaten gesammelt, ein ordnungsliebender Beamter, der regelmäßig seine Frau anbrüllt und schlägt. Im alten Haus hört das der Geigenbauer, der unter ihnen wohnt, sein Sohn war schon als Jugendlicher in die Frau verliebt. Der Geigenbauer ist blind, lockt den Mann in den zappendusteren Keller, indem er einen Zinnsoldaten im Treppenhaus liegen lässt, den der frauenverprügelnde Beamte in seinem Ordnungswahn in seinen Zinnsoldatenhobbykeller  bringen "muss" und erschlägt ihn dort. Er hat die knarzende Treppe gestimmt und nutzt den Vorteil im Dunkeln. Überführt wird er mit einem fingierten Streit in der Wohnung des Opfers. Das ist alles sehr schön konstruiert und jedes Detail passt irgendwo genau hin. Muss man nicht gesehen haben.

Dienstag, 5. Februar 2013

Heiter bis tödlich | Falschgeld

Vorabend-Fernsehprogramm, du Erscheinung des Krankseins, was hast du zu bieten? Nicht viel, klar. Aber diese Episode von Heiter bis tödlich ist total okay. Eine Stewardess schmuggelt Falschgeld in ihrem Handgepäck, die Kommissare bekommen eine neue Chefin, ein Polizistenehepaar streitet, eine Hand wäscht die andere und über allem schwebt Hildegard Knef, die versucht zu singen, von Berlin und natürlich auch von Rosen. Und irgendwann merkt man, dass man die Polizistin aus Oh boy kennt. Nachdem der Fall gelöst ist, die Chefin ein Bier auf ex geleert hat und der Imbissbetreiber der Polizistin einen Tanga geschenkt hat, zoomt die Kamera raus und Frau Knef singt: "Ich hab noch einen Koffer in Berlin". Kann man machen.

Dienstag, 22. Januar 2013

Bonjour Tristesse

David Niven, David Niven.. Der Film läuft seit fast zwanzig Minuten und ich denke nur: David Niven, David Niven.. Casino Royal! Genau, er hat in dem großartig furchtbaren Casino Royal von 1967 einen der vielen James Bonds gespielt (wie bspw. auch Woody Allen einen der Bonds gespielt hat). Ob Niven noch zu sehen war, als die Ufos und Indianer zum Showdown anhoben, wie man so sagt? Keine Ahnung.
Hier in der 1957er Verfilmung des Romans von Françoise Sagan spielt er jedenfalls auch mit. Warum die Ansagerin von Arte François Sagan sagt, ist mir ein Rätsel, die sollte das doch können. Im übrigen ist das ç in den letzten beiden Zeilen aus einem Artikel über François Truffaut rauskopiert, jawohl, Kino und so!
Der Film ist nicht allzu dolle, muss man sagen, eher so nervig-kindisch-hektisch. Jean Seberg sieht natürlich super schön dünn aus, klar, auch die Autos, die Tänze, die Zeit. Das alberne Verwechslungsspiel mit den Zimmermädchenschwestern ist ebenfalls ganz nett. Aber irgendwie fehlt da das, was nur ganz wenige Jahre danach ins Kino einzieht: Langsamkeit, Ruhe, Stille, lange Einstellungen, weniger aufgedrehte Protagonisten und so was. So sieht Bonjour Tristesse eben doch nach amerikanischem Unterhaltungs-Kino der 50er aus, was aber insofern okay ist, dass es amerikanisches Unterhaltungs-Kino der 50er ist.

Samstag, 19. Januar 2013

Bob Dylan | Duquesne Whistle

Am 4. September hat er die Mail geschrieben, am 4. September! Jetzt ist es Mitte Januar und ich klicke erstmals den Link an. Es tut so wie ein Musikvideo, aber es ist ein Film, ein guter Film, großes Kino, richtig gut und die Musik ist auch noch wahnsinnig. Der Typ hampelt rum, das Mädchen beachtet ihn nicht, haut ihm dann auf die Nase, aber er ist verliebt und hampelt einfach weiter rum und es geht ihm gut, einfach ihretwegen. Auch als er tarantinomäßig zugerichtet wird, der Wahntraum mit ihr, lächelnd, rechtfertigt alles. "You're the only thing alive that keeps me going / You're like a time bomb in my heart."
Und der alte Mann zieht mit seiner Gang durch die Straßen und weiß natürlich bescheid, und er hat noch ein Lied geschrieben mit "blowing" im Refrain, und obwohl man bei dem Wort ja praktisch das "in the wind" schon mitdenkt, wie das Mobil in Auto, funktioniert das hier ganz wunderbar autark, das verdient Respekt oder einen Bravo-Otto. Und was Duquesne für ein schönes Wort ist! Gleich mal nachschauen, was das ist/heißt.

Dienstag, 15. Januar 2013

Eine pornographische Beziehung

Warum dieser Film so heißt wie er heißt, bleibt ein Rätsel. Eine Frau gibt eine Sexanzeige auf, ein Mann meldet sich darauf, beide treffen sich und finden mehr als eine Bettgeschichte. Eine erotische Beziehung, die zu einer Art kurzen Liebesbeziehung wird - ist das wegen des Zeigens im Film dann schon Pornographie? Wesentlich mehr zu sehen als auf dem Filmplakat gibt es im Film nicht, aber es ist ja auch egal, wie dieser sehr schöne Film heißt.
Die oben skizzierte Affäre wird in einem Interview mit den beiden Protagonisten getrennt voneinander erzählt und zunehmend in "alten" Bildern gezeigt. Dieser pseudo-dokumentarische Stil wird auch dadurch verstärkt, dass sie und er (beide bleiben namenlos) sich verschieden an gleiche Details erinnern. Kannten sie sich vorm ersten Treffen nun von Fotos oder nicht? Trafen sie sich ein halbes Jahr zweimal die Woche oder einmal alle zwei Wochen über einen Zeitraum von zweidrei Monaten?
Eine pornographische Beziehung ist wunderbar ruhig gefilmt, immer gefühlte drei Sekunden zu spät beim Schnitt, wie es die Nouvelle Vague etabliert hat und wie es zuletzt in Oh boy zu sehen war. Wunderbar ist auch, dass beide Protagonisten so herrlich normal aussehen und nicht so getan wird, als ob nur wunderschöne Menschen oder eklige Pornotypen sexuelle Beziehungen hätten - auch das kann kaum ein Kino so gut wie das französische.
In diesem ganzen Vergnüglich-Leichten erschöpft sich der Film freilich nicht. Obwohl sie genau wie er nach einigem Bedenken sicher sind, eine echte Liebesbeziehung mit dem bzw. der Seelenverwandten führen zu wollen, scheitert diese schon, bevor sie beginnt. Er sieht in ihren Augen, dass sie keine Beziehung möchte, dass sie es aber nicht aussprechen kann, weshalb er lügt, er wolle keine Beziehung. Sie sieht dabei in seinen Augen, dass er es ehrlich meint und widerspricht deshalb nicht. Als ZuschauerIn schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, erfährt man doch parallel von den beiden im Interview, was sie eigentlich fühlten und nur zu sehen glaubten.
Der Interviewer ist nicht zu sehen, scheint jedoch ein Dokumentarfilmer, Journalist oder Wissenschaftler zu sein. Wie er die beiden Protagonisten und ihre Geschichte gefunden hat oder warum er sie erfragt, bleibt unklar. Das ist komisch.

Freitag, 4. Januar 2013

Sherlock | Das große Spiel

Watson und Holmes lernen sich kennen, weil der eine eine Wohnung sucht, der andere schon eine gefunden hat, aber noch einen Mitbewohner braucht. Und damit sich der eine nicht langweilt, wird er fluchs Assistent des anderen, des Verrückten.
Sherlock / Das große Spiel bietet mal wieder großes Kino im nächtlichen Fernsehen. Wie die Conan-Doyle'sche Story des späten 19. Jahrhunderts direkt ins heutige 21. verpflanzt wird, ist eine wahre Freude. Noch nie wurde moderne Kommunikation so schön im Film gezeigt wie in der Darstellung erhaltener Kurznachrichten in dieser Serie.
Eine gemeinsame Verfolgungsjagd von Holmes und Watson - zu Fuß einem Taxi durch die Nacht Londons folgend - hält Watson für "das Blödeste, was ich je gemacht habe." "Und Sie sind im Irak einmarschiert!", entgegnet Holmes. Watson legt Stock und Gehfehler ab, ein Duo  der Extraklasse ist geboren - und würde über die zeitgleiche pseudohistorisierende Kinoverfilmung der Conan-Doyle-Stories müde lächeln.