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Sonntag, 19. Mai 2013
Freitag, 1. März 2013
Andy Warhol Plastik
Diese seltene Plastik Andy Warhols zeigt, dass der Amerikaner sehr wohl mehr als oberflächliche Kunst schaffen konnte. Zugegeben, viele seiner Werke sind flach, platt, frönen der Oberflächlichkeit. Jedoch, betrachtet man diese Plastik aus dem Spätwerk Warhols, so spürt man sofort: hier ist nicht nur Höhe und Breite, sondern auch Tiefe gegeben. Manch eine/r sieht darin gar Volumen, doch soweit wollen wir hier (noch?) nicht gehen.
Warhol scheint mit dieser Plastik Bezug zu nehmen auf das seit der römischen Romantik klassische Motiv der Dose. Form, Farbgebung (rot! weiß!) scheinen dabei das amerikanische Familienunternehmen Pepsi-Cola zu antizipieren. Eventuell sind sogar parodistische Züge zu erkennen. Unabhängig davon, ob man diese erkennen möchte oder nicht, steht die späte Plastik Warhols im Zusammenhang mit seinen anderen Werken, die er (einem Genie gleich) hervorbringen, ja schaffen konnte. Eine entsprechende Aura umweht die Plastik (wie alle Werke) des genialen Meisters.
Mit dem Aufgreifen des Dosen-Motivs reiht sich Warhol in eine lange Reihe VertreterInnen verschiedenster Künste, die sich diesem Sujet widmeten, es zuweilen auch weiter entwickelten. Hierzu sei die Lektüre von Carl Michael Hassels sehr umfangreicher Abhandlung Von der altgriechischen >doesiae< zur postmodernen (Sprüh-)Dosen-Poesie: Zweitausend Jahre Blech in Literatur und bildender Kunst empfohlen. Eine zentrale These Hassels lässt sich auch an Warhols Plastik veranschaulichen. Das Aufgreifen des Dosen-Motivs hat immer wieder einem bestimmten Zweck gedient, auch Warhol verweist mit seinem Dosen-Werk auf das Pfand des Künstlers, wobei Pfand hier im Sinne von Bürde zu verstehen ist.
Ein großes Werk, auch wenn es sehr klein ist.
Samstag, 5. Januar 2013
Zwei Leben für die Fotografie
Ein großer Saal im Leipziger Grassimuseum zeigt zahlreiche Arbeiten des photographierenden Paares Lillian Bassman und Paul Himmel, die beide erst vor kurzem weit über neunzigjährig verstorben sind. Der Einführungstext lässt unabhängig von den Bildern die Ausstellung betreffend erstmal nichts Gutes erwarten. Es ist die Rede vom richtigen Verstehen der Kunstwerke und ähnlichem Quatsch. Auch die weiteren kurzen Texte an den Wänden überzeugen wenig, enthalten teilweise Schreibfehler. Die Bilder hingegen sind sehr schön gehangen, im großen Raum behindern sich die Fotos nur vereinzelt, wenn in verglasten Rahmen mehr die gegenüberliegende Wand als das eigentliche Photo zu sehen sind. Aber das scheint ja ein gern gesehenes Phänomen in Museen zu sein.
Besonders Himmels Aufnahmen auf den Straßen New Yorks und seine Bilder des Baletts dieser Stadt bleiben in Erinnerung, jedoch weiß die Ausstellung insgesamt einen manigfaltigen Blick aufs Schaffen der beiden Amerikaner zu werfen. Nachdem das Publikum eben dieses Schaffen gesehen hat, wird in einem zweiten kleineren Raum das gezeigt, was hinter den Bildern steht. Gegenseitige und gemeinsame Aufnahmen von Bassman und Himmel, einige Filme mit Interviews und Reportagen mit und über die beiden.
So sieht man zunächst viele eindrückliche Photographien, die relativ frei wirken können und kann schließlich auf einem der Monitore die beiden Künstler sehen, in schreiend bunten Klamotten, an einem Pool in Kalifornien oder so sitzend, beide über neunzig Jahre alt, zufrieden und neugierig.
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